DER Mediationsblog

Wer mediiert in der Schule?

Mediationen werden in der Schule sowohl von Schüler*innen als auch von Erwachsenen durchgeführt.

Schülermediator*innen

Wird ein Konflikt in der Schule durch Schüler*innen mediiert, so gibt man diesem Bearbeitungsformat das Label Schülermediation. Die mediierenden Schüler*innen werden als Konfliktlots*innen, Streitschlichter*innen, Peer-Mediator*innen oder auch Schülermediator*innen bezeichnet.

In der auf sechs Schuljahre festgelegten Berliner Grundschulen werden meist Viert- und Fünftklässler*innen als Schülermediator*innen ausgebildet, in der Oberschule sind es meist die Neuntklässler*innen, die eine Ausbildung belegen können. Die Ausbildung sollte mindestens 40 Stunden umfassen und von zwei Ausbilder*innen durchgeführt werden (eine davon intern in der Schule als Pädagog*in tätig). Der Bundesverband Mediation hat Standards dazu festgeschrieben.

Erwachsene Mediator*innen

Mediieren Erwachsene einen Konflikt, so nennt man die Durchführenden Schulmediator*innen. Sowohl Lehrkräfte als auch Schulsozialarbeiter*innen, Erzieher*innen und Schulpsycholog*innen können eine Zusatzausbildung in der Schulmediation erwerben. Eine Interne Mediatorin ist eine in der Schule angestellte Pädagogin, eine Externe Mediatorin kommt von außen und wird zur Konfliktbearbeitung angefragt.

In Deutschland gibt es ferner den Verein Seniorpartner in School. Hier werden Senior*innen zu Mediator*innen ausgebildet, die dann anschließend in der Schule ehrenamtlich mediieren können. Es ist schwierig zu entscheiden, ob dies Externe oder Interne Mediator*innen sind, da sie über Jahre in einer Schule arbeiten und deshalb nach einer Weile der Schule fest zugehörig sind.

Der Bundesverband Mediation hat auch für Schulmediator*innen Ausbildungsstandards vorgelegt. Die Stundenanzahl der Ausbildungsstunden liegt derzeit bei 80 Stunden. Schulmediator*innen machen zunächst selber eine Ausbildung, und können anschließend die Schüler*innen ausbilden und in ihrer Arbeit begleiten bzw. supervidieren.

Schülermediator*innen und Erwachsenenmediator*innen bearbeiten jeweils verschiedene Konfliktbereiche.

Was mediieren Schülermediator*innen?

Schülermediator*innen mediieren den Streit zwischen den Schüler*innen einer Schule. Dadurch wird einerseits der Streit gelöst. Andererseits nehmen die Schülermediator*innen durch ihre Ausbildung viele Kompetenzen zum Umgang mit Konflikten in ihr weiteres Leben mit. Die Schüler*innen, deren Streit mediiert wurde, nehmen hingegen die Gewissheit mit, dass es gut möglich ist, Streit durch Worte und ein gutes Verfahren zu klären.

Ein Projekt zur Schülermediation kann als ein Qualitätsmerkmale für eine gute Schulkultur angesehen werden. Lernen Schüler*innen ihre Konflikte alleine klären zu können bzw. lernen sie, dass es eine Anlaufstelle gibt, bei der man sich Unterstützung in der Konfliktbearbeitung holen kann, so wird sich das Klima an Schule verändern. Es wird einerseits weniger Konflikte geben und es werden andererseits mehr gut gelöste Konfliktfälle zu verzeichnen sein.

Letztlich dienen die Schülermediationsprojekte damit sogar der Gewaltprävention, denn die Konflikte können bereits auf niedriger Eskalationsstufe geklärt werden und führen nicht in eine sich drehende Gewaltspirale mehr hinein.

Was mediieren Interne Mediator*innen?

Gibt es einen Streit in einer Klasse, den der Klassenlehrer oder die Klassenlehrerin nicht alleine klären kann, so ist es günstig, einen in der Schule tätigen Mediator bzw. eine Mediatorin zur Unterstützung hinzuziehen zu können. Diese Mediator*in kennt vielleicht bereits die Klasse, kennt auf jeden Fall jedoch die Organisation und die Besonderheiten der Schule samt Umgebung. Da die Mediator*in sich gut in den Konfliktkontext hineinversetzen kann, können Konflikte in einer Klasse meist schnell und nachhaltig gelöst werden.

In einer Schule kommt es auch immer wieder vor, dass es Streit innerhalb eines Fachbereiches gibt (z.B. dem Sportfachbereich) oder zwischen zwei Kolleg*innen derselben Profession (also zwei Lehrkräfte oder zwei Erzieher*innen) oder auch aus verschiedenen Professionen. Immer wieder habe ich beispielsweise Streitigkeiten zwischen Lehrkräften und zugeordneten Erzieher*innen erlebt. Eine interne Mediator*in kennt bereits die Regularien an der Schule und kann die Mediation darum flott und lösungsorientiert angehen.

Was mediieren Externe Mediator*innen?

Ich werde häufig als externe Mediatorin für die Klärung von Schulkonflikten angefragt und freue mich stets, dort kompetent unterstützen zu können.

Da gibt es den Fall, dass die Schulleitung oder die Schulkonferenz in sich zerstritten ist. Oft hat die gemeinsame Arbeit gut begonnen, doch dann kamen die ersten Kommunikationsprobleme, Missverständnisse oder Unterschiede in der Betrachtung eines pädagogischen Aspekts, und schließlich hat sich das so aufgebaut, dass keine Zusammenarbeit mehr möglich ist. Eine interne Mediator*in ist hier ungünstig, da sie/er ja Teil des Kollegiums ist. Besser ist hier eine externe Mediator*in, die/der sich von außen und ganz allparteilich (ohne eigene Interessen zu verfolgen) dem Konflikt nähern kann.

Weitere typische Streitigkeiten spielen sich zwischen Schulleitung und koordinierender Leitung des Ergänzungs- und Betreuungsbereiches (früher Hortleitung genannt) ab. Schule und Hort haben unterschiedliche Aufgabenfelder und denken mitunter den jeweils anderen Bereich nicht genügend bei Entscheidungen mit. Dies führt anfangs zu Ärger und später eventuell sogar zu unüberwindbaren Hindernissen. Externe Mediation kann gut unterstützen.

Natürlich gibt es auch Teamkonflikte innerhalb eines Erzieher*innen- oder Lehrerteams, die eine externe Mediation erfordern. Wie schön, wenn nach einem Konfliktklärungsgespräch wieder alles rund läuft und die gemeinsame Arbeit erfolgreich weiterlaufen kann.

In den meisten Schulen sind heutzutage externe Träger der Kinder- und Jugendarbeit tätig, sei es im Bereich der Schulsozialarbeit, in Arbeitsgemeinschaften oder im Nachmittagsbereich in der Betreuung des Ganztags. Tritt hier ein Konflikt zwischen Träger und Schule auf, so ist vollkommen klar, dass dieser nicht durch eine*n Mediator*in aus einer der beiden Konfliktgruppen bearbeitet werden kann. Externe Konfliktmoderation ist unabdingbar.

Und auch Konflikte zwischen Schule und Eltern müssen extern mediiert werden. Hat sich hier schon seit längerem ein Konflikt etabliert, so kann er in einem frühen Stadium durch ein Konfliktgespräch zwischen Schul- und Elternvertreter gelöst werden. Bei höherer Eskalation jedoch kann nur eine externe Moderation oder Mediation helfen, die Unstimmigkeiten zu klären.

Gibt es auch bei dir an der Schule einen Konflikt, der Unterstützung von außen benötigt? Dann schreibe mir gerne eine Mail und frage mich an: mail(@)ChSchaefer(.)de
Ob online oder in Präsenz, ich bin gerne für dich und deine Schule da.

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