Lasst Mädchen lernen und die Welt verändern

Zwei junge Frauen mit einem Computer am Cafétisch.

„Lasst Mädchen lernen und die Welt verändern“

Das ist ein Thema, das mich anlässlich des Weltfrauentages gerade intensiv beschäftigt. Früher habe ich den Weltfrauentag nicht ernst genommen, doch in den letzten Jahren hat sich das verändert. Es fing glaube ich damit an, dass mir jemand zum Frauentag gratuliert hat. Das fand ich zunächst sehr merkwürdig, aber es hat mich angeregt, mich mit dem Tag auseinander zu setzen. Und heute finde ich die Symbolik das Tages so wichtig, dass ich dir dazu gerne meine Gedanken mitteilen möchte.

Der Weltfrauentag

Der Weltfrauentag entstand als Initiative sozialistischer Organisationen in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg im Kampf um die Gleichberechtigung, das Wahlrecht für Frauen sowie die Emanzipation von Arbeiterinnen.

Er wurde am 19. März 1911 erstmals in Deutschland, Österreich, Dänemark und der Schweiz gefeiert. Die Forderungen der Frauen waren damals das Wahlrecht, das Recht auf Arbeit, auf Berufsausbildung und auf politische Mitbestimmung.

Heute feiern wir den Weltfrauentag weltweit am 8. März, und er dient als Erinnerung an die Errungenschaften der Frauenbewegung und als Aufforderung zur weiteren Gleichstellung. In Berlin ist der Weltfrauentag seit 2019 sogar ein gesetzlicher Feiertag.

Inhalt

Mädchen in anderen Ländern

In den letzten Jahren denke ich viel an Mädchen aus anderen Ländern, die benachteiligt werden, unterdrückt werden, ausgenutzt werden und keinen Zugang zur Bildung haben.

Gerne möchte ich in diesem Blogartikel die Lage von Mädchen aus verschiedenen Ländern mit dir teilen. Es geht um Mädchen in Afghanistan, im Iran, in Indien, der Ukraine und auch aus Mädchen in Deutschland.

Verstehe mich bitte nicht falsch, mir liegen die Jungen genauso am Herzen. Dennoch brauchen Mädchen heute immer noch einen Blick mehr, damit die Welt gerecht werden kann.

Mädchen in Afghanistan wird das Recht auf Bildung abgesprochen

„Alle Mädchen sollten die Möglichkeit haben, Schulen und Universitäten zu besuchen. Alle Frauen sollten sofort und ohne Bedingungen an ihren Arbeitsplatz zurückkehren können, in welcher Funktion auch immer sie vor August 2021 tätig waren.“ (Humaira Rasuli, afghanische Aktivistin und Menschenrechtsanwältin, Gastwissenschaftlerin an der William & Mary Law School in Williamsburg, USA)

Dazu zunächst einige Fakten aus Afghanistan:

  • Vor 2021 besuchten knapp 60% der 10-jährigen Mädchen in Afghanistan die Schule.
  • 30% der 15-jährigen Mädchen besuchten vor 2021 weiterführende Schulen.
  • 80% der Mädchen mit körperlichen Beeinträchtigungen hatten keinen Zugang zu Bildung.
  • Nach der Machtübernahme der Taliban in 2021 wurde den Mädchen in fast allen Provinzen der Besuch von weiterführenden Schulen verboten.
  • Derzeit gibt es nur einige geheime Schulen, in denen Mädchen unterrichtet werden.
  • Das Risiko für Mädchen ohne Bildung steigt, ausgebeutet, missbraucht oder früh verheiratet zu werden.
  • Studienmöglichkeiten für junge afghanische Frauen sind abgebrochen.
  • Mädchen und Frauen erleben die Schikanen der Taliban wie Kleidungsvorschriften, Einschränkung der Bewegungsfreiheit und geschlechtsspezifische Gewalt.
  • Ärztinnen, Lehrerinnen, Ingenieurinnen dürfen nicht mehr in ihrem Job arbeiten.

Die Rolle der Mädchen in Afghanistan ist insbesondere von der erneuten Machtübernahme durch die Taliban im Jahr 2021 geprägt. Mädchen dürfen in Afghanistan Bildungseinrichtungen nicht mehr besuchen. Diese Maßnahme hat verheerende Auswirkungen auf das Leben von Millionen von Mädchen und ihren Familien im Land.

Es ist wichtig, dass wir verstehen, wie schwerwiegend dies ist. Mädchen werden dadurch von ihren Träumen und Ambitionen abgeschnitten und haben keine Chance auf eine bessere Zukunft. Als Teil der internationalen Gemeinschaft müssen wir uns zusammenschließen und uns dafür einsetzen, dass die Mädchen in Afghanistan eine Bildung erhalten, die ihnen ihre Träume und Ziele ermöglicht.

Wir dürfen nicht zulassen, dass die Rechte von Mädchen aufgrund von politischen und ideologischen Gründen verletzt werden. Jedes Mädchen verdient eine Chance auf Bildung, unabhängig von ihrem Hintergrund oder ihrer Nationalität.

Lass uns gemeinsam dafür kämpfen, dass Mädchen in Afghanistan und überall auf der Welt ihr volles Potenzial entfalten können. Gemeinsam können wir die Welt zu einem besseren Ort machen:

„Lasst Mädchen lernen und die Welt verändern“

Mädchen werden in ihren Schulen im Iran mit Gift angegriffen

Es gibt derzeit viele Berichte über Fälle von Vergiftungen von Mädchen im Iran. Dabei handelt es sich um gezielte Angriffe auf Mädchenschulen, bei denen die Täter giftige Substanzen in die Luft geben, um die Schülerinnen zu vergiften.

An Dutzenden von Schulen fanden Fälle von Vergiftungen statt. Ca. 1.200 Schülerinnen mit Atemnot wurden bisher ärztlich behandelt. 800 Mädchen erlitten Vergiftungen in der südlich von Teheran gelegenen Stadt Ghom. Mehr als 400 Schülerinnen wurden an 11 Schulen mit ungeklärten Substanzen in der nordiranischen Stadt Ardabi geschädigt. Die Behörden gehen von gezielten Giftanschlägen aus.

Die Gründe für diese Taten sind nicht eindeutig geklärt, es wird jedoch vermutet, dass extremistische Gruppen dahinterstecken, die gegen die Bildung von Mädchen und Frauen sind. Die Vergiftungen haben nicht nur kurzfristige Auswirkungen auf die Gesundheit der betroffenen Mädchen, sondern können auch langfristige Folgen haben.

Diese Angriffe müssen gestoppt werden, um die Sicherheit und Gesundheit der Mädchen im Iran zu gewährleisten. Bildung ist ein grundlegendes Menschenrecht, das Mädchen und Frauen genauso zusteht wie Jungen und Männern. Es ist inakzeptabel, dass Mädchen aufgrund ihres Geschlechts diskriminiert und angegriffen werden. Es ist daher unerlässlich, dass die iranische Regierung Maßnahmen ergreift, um solche Angriffe zu verhindern und die Sicherheit und Bildungschancen von Mädchen und Frauen zu schützen. Auch die internationale Gemeinschaft sollte sich dafür einsetzen, dass solche Angriffe auf Mädchen und Frauen weltweit gestoppt werden.

Mein Wunsch: „Lasst Mädchen lernen und die Welt verändern“

Mädchen kämpfen in Indien für ein selbstbestimmtes Leben

Mädchen und Frauen werden in der indischen Gesellschaft bis heute benachteiligt und unterdrückt. Sie stehen in der Gefahr, Opfer sexuell motivierter Gewalt zu werden. Ehepaare lassen weibliche ungeborene Kinder gezielt abgetreiben. Fast überall bestimmen Männer den Gang der Dinge. In letzter Zeit jedoch regt sich Widerstand. In den großen Städten begehren immer mehr junge und zunehmend emanzipierte Frau gegen die patriarchalen Machtstrukturen auf. Sie wollen die Rolle der Mädchen und Frauen in Indien verändern.

Der Stand heute:

  • Nur 24% der Frauen in Indien arbeiten in einem bezahlten Beruf.
  • Frauen aus der Mittelschicht beenden oft ihre Karriere nach der Heirat und ordnen sich den Bedürfnissen der Familie unter.
  • Frauen in der wachsenden Mittel- und Oberschicht bestehen jedoch vermehrt darauf, auch nach der Heirat außerhalb des Familienhaushalts zu arbeiten.
  • Viele Frauen wehren sich gegen ihre Rolle in der Gesellschaft und kämpfen für ein selbstbestimmtes Leben.
  • Frauenrechtlerinnen fordern, Frauen nicht nur als Opfer zu betrachten, da dies zu Stigmatisierung und Passivität führt.
  • Trotz der massiven Gewalt gegen Frauen in Indien setzen sich Frauen für ihre Rechte und gegen die Unterdrückung ein.
  • Einige Frauen sind bereit, auf die Heirat zu verzichten, um ihre Karriere fortzusetzen.

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Ich wünsche ganz fest, dass in Indien der Wandel gelingt und sage: „Lasst Mädchen lernen und die Welt verändern“

Mädchen in und aus der Ukraine

Russlands Angriffe auf die Ukraine dauern an. Die Menschen haben in der Ukraine Schreckliches erlebt, den Tod von Angehörigen, die Bomben auf ihr Zuhause, der Verlust ihrer Heimat, die ständige Angst.

Rund 4,3 Millionen Kinder wurden im vergangenen Monat durch den Krieg in der Ukraine vertrieben, das sind mehr als die Hälfte der rund 7,5 Millionen ukrainischen Kinder.

Es gibt Zahlen, dass Ende 2022 ungefähr 1.300 Kinder in der Ukraine bei den Angriffen getötet oder verletzt wurden. Einige erst 10-jährige Mädchen wurden vergewaltigt. Es ist unglaubliches Leid, das die ukrainischen Mädchen in ihrem Land und auf der Flucht erlebt haben, und das ich mir gar nicht vorstellen vermag. Die Kinder trauern, und Trost ist notwendig.

Vor einem Jahr ist ein Video viral gegangen, der Gesang eines ukrainischen Mädchens. Amelia singt in einem Bunker in der Ukraine den Frozen-Song „Let it go“ aus dem Disney-Film „Frozen“. Der Gesang von ukrainischem Mädchen geht viral

Hier das Video:

Amelia singt in einem Bunker in der Ukraine den Frozen-Song "Let it go" aus dem Disney-Film „Frozen“.
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Auch hier mein Plädoyer: „Stoppt den Krieg und die Gewalt. Lasst Mädchen lernen und die Welt verändern“

Mädchen in Deutschland

Und zuletzt zur Bildungsungleichheit in Deutschland. Ja, die Bildungsungleichheiten zwischen Mädchen und Jungen gibt es immer noch. Obwohl Mädchen bessere Schulnoten haben und häufiger das Abitur absolvieren, sind sie in bestimmten Studienfächern und Berufen unterrepräsentiert. Der Anteil von Frauen in technischen und naturwissenschaftlichen Studiengängen sowie in Führungspositionen ist nach wie vor gering.

Die Ursachen dafür sind vielfältig. Zum einen gibt es immer noch geschlechtsstereotype Vorstellungen darüber, welche Fächer und Berufe für Mädchen und Jungen geeignet sind. Mädchen wählen oft typisch weiblichen Berufen , während Jungen eher in technischen und handwerklichen Berufen landen. Auch die Sprache und die Art und Weise, wie Lehrkräfte Schülerinnen und Schüler ansprechen und bewerten, kann dazu beitragen, dass Mädchen weniger Interesse an naturwissenschaftlichen Fächern entwickeln.

Ein weiterer Faktor ist die mangelnde Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Mädchen und Frauen übernehmen nach wie vor einen Großteil der Care-Arbeit und sind dadurch oft gezwungen, ihre Karriere zugunsten der Familie zurückzustellen. Dies führt dazu, dass Frauen seltener in Führungspositionen zu finden sind und sich auch weniger für Karrieren in MINT-Berufen entscheiden.

Ich finde es daher wichtig, dass die Geschlechterstereotype aufgebrochen werden. Fördern wir Mädchen und Jungen gleichermaßen. Gestalten wir Schulen und Hochschulen geschlechtsneutral und vermitteln wir Wissen sprachliche und didaktisch geschlechtergerecht. Auch eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie eine gerechtere Aufteilung von Care-Arbeit kann dazu beitragen, dass Mädchen und Frauen ihre Bildungschancen besser nutzen können.

Auch hier mein Credo: „Lasst Mädchen lernen und die Welt verändern“

7 Statements zum Thema Mädchen und Bildung:

  1. Mädchen haben weltweit immer noch einen geringeren Zugang zu Bildung als Jungen. Laut UNESCO haben 132 Millionen Mädchen im Alter von 6-17 Jahren keinen Zugang zu Schulbildung.
  2. Mädchen aus armen Familien haben eine geringere Chance, eine Schule zu besuchen. Sie werden oft zu Hause behalten, um bei der Arbeit oder bei der Versorgung von Geschwistern zu helfen.
  3. Mädchen, die eine Schule besuchen, haben eine höhere Wahrscheinlichkeit, später in ihrem Leben eine Anstellung zu finden und finanziell unabhängiger zu sein.
  4. Mädchen, die Bildung erhalten, sind eher in der Lage, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen und sich gegen Geschlechterdiskriminierung zur Wehr zu setzen.
  5. Mädchen, die lesen und schreiben können, sind in der Lage, bessere Entscheidungen für ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden zu treffen und ihre Familien besser zu versorgen.
  6. Eine höhere Bildung von Mädchen führt zu einem geringeren Risiko von Kinderehen und frühen Schwangerschaften.
  7. Mädchen, die eine höhere Bildung erhalten, sind eher in der Lage, zur Entwicklung ihrer Gemeinschaften und zur Verringerung der Armut beizutragen.

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Diese Fakten zeigen, wie wichtig es ist, den Zugang von Mädchen zu Bildung zu fördern und zu unterstützen. Wenn Mädchen Zugang zu Bildung erhalten, können sie ihre eigenen Leben verändern und zur Verbesserung ihrer Gemeinschaften beitragen. Es ist unerlässlich, dass wir als globale Gemeinschaft zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass Mädchen die gleichen Chancen auf Bildung haben wie Jungen.

Deshalb gilt auch mein letzter Impuls in diesem Blogartikel der Forderung:

„Lasst Mädchen lernen und die Welt verändern“

Ich hoffe sehr, dass sich die Situation der Mädchen in vielen Ländern der Welt verbessert, sagt Christa Schäfer

Hier schreibt:

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